Dankend verließ ich in den Morgenstunden die kirchliche Herberge und durchquerte dann mehrere kleinere Ortschaften. Meine linke Wade hatte mir wohl die gestrigen Abenteuer noch immer nicht verziehen und ich versuchte, sie durch mäßiges Tempo gnädig zu stimmen.

Scheinbar ging das heute auch anderen so – als ich um eine Wegbiegung kam, sah ich ein Stück vor mir die Brasilianerin von gestern Abend, die nur langsam mit ihren beiden Stöcken vorankam und arg humpelte. Als ich sie einholte, erzählte sie mir, dass sie heute Probleme mit dem Knöchel habe. Da ich mich nicht imstande sah, sie huckepack zu tragen, griff ich stattdessen in meinen Rucksack und gab ihr eine Motivations-Schokomaus. Ich erzählte ihr davon, wie diese mich als Kind immer hatten anspornen können, sie freute sich riesig und umarmte mich. Ungeplanterweise war anschließend ich es, die davon gestärkt weiterzog. Dabei musste ich an die „Stamps from heart to heart“ zurückdenken – da scheint also tatsächlich etwas dran zu sein.

Im weiteren Wegverlauf passierte ich kleinere Ortschaften, trank einen Kaffee mit einer Mitpilgerin und schaukelte auf dem Dorfplatz von Villamayor auf einer Schaukel.

So erreichte ich kurz nach Mittag Belorado, bekam ein Bett in der dortigen Herberge zugeteilt und erkundete anschließend den Ort, welcher sich aufgrund der Tageszeit aber eher in „Siesta“ befand.

Das Wetter zog gegen Nachmittag etwas zu und es kam ein frischer Wind auf. Vielleicht war das einer der Gründe, warum die drei Franzosen am Beckenrand des zur heutigen Herberge gehörenden Pools eher belustigt dreinschauten, als eine deutsche Mitpilgerin und ich beschlossen, ein paar Runden darin zu schwimmen.

Am späten Nachmittag begann es dann tatsächlich etwas zu regnen. Den Abend verblieb ich daher in der Herberge und verbrachte ihn bei Essen und Wein in deutsch-holländisch-französischer Runde.

Hasta mañana und Gracias für alle bisherigen Spenden!