Si, un poco und muy bien – die Worte, die meinen gestrigen Abend am besten beschreiben. Die Herberge in der ich gestern landete, bestand aus nur sieben Betten, der Wirt kochte und servierte das Abendbrot im Weinkeller für alle selbst. Alle – das waren in diesem Fall drei Spanier, zwei Spanierinnen – und ich. Die Tischkonversation fand daher in lebhaftem Spanisch statt, welchem ich selbst bei normaler Sprechgeschwindigkeit nicht hätte folgen können.
Mein Teil der Konversation bestand also darin zu nicken, zu lächeln und „Si“ zu antworten, wenn es um Nachschlag ging. Trotzdem war es ein lustiger Abend – da Verständigung untereinander offensichtlich mehr ist als die Sprache allein.
Mit dem Sonnenaufgang im Rücken ging es am nächsten Tag dann weiter. Die ersten Kilometer waren dabei ein ständiges Auf und Ab. Pünktlich für eine Frühstückspause erreichte ich dann Viana, kaufte ein Croissant und Birnen, und füllte meine Wasserflasche. Schon in Gedanken das Dorf verlassend, sah ich, dass die Tür zur Ruine der Kirche San Pedro offen stand.
Diese führte in den Kirchenhof, und dort stand ein weiteres Tor offen, welches eine kleine Terasse bot, eingesäumt durch eine Mauer, mit unglaublichem Ausblick über die angrenzende Region. Perfekt, um auf dem Mauervorsprung für eine Rast zu verweilen und den Blick in die Ferne auf den noch anstehenden Weg schweifen zu lassen.
Gestärkt ging es danach weiter. Kurz hinter Viana holte mich eine Mitpilgerin ein und wir gingen ein Stück zusammen. Schließlich erreichte ich gegen Mittag die Stadt Logroño, ließ meinen Rucksack in der Herberge zurück und verbrachte den Nachmittag im Park, welcher am Fuß des Flusses Ebro liegt.
Zum Pilgermenü am Abend genossen wir besonders den Rotwein, welcher hier in Rioja angebaut wird und daher typisch für diese Region ist, in deren Hauptstadt wir heute übernachten würden.
Zum Ausklang des Abends spazierten wir zu dritt durch die Altstadt, trafen dabei wiederum auf andere Pilger und unterhielten uns über den bisherigen Weg.
Jetzt heißt es schlafen gehen, heute im für mich bisher größten Schlafsaal mit etwa 20 Doppelstockbetten. Morgen geht es dann weiter, 29 km nach Nájera.
Hasta mañana und Gracias für alle bisherigen Spenden!