Logroño erwies sich in den frühen Morgenstunden als schier endlos – trotz zeitigem Starts hatte ich bei Tagesanbruch noch nicht einmal den Stadtrand erreicht. Der Weg zog sich dabei unter anderem durch einen kilometerlangen Park, welcher immer wieder durch Straßenüberführungen unterbrochen wurde. Zu dieser Tageszeit waren hier nur wenige Leute unterwegs – vorrangig müde Menschen mit Hund, Jogger oder müde Jogger mit Hund. Der Gang durch den Park entwickelte sich zudem fast ein bisschen zum Spießrutenlauf, da die Rasensprenger auch vor wandernden Pilgern keinen Halt machten.

Irgendwann ging der Park in ein Naherholungsgebiet über, mit einem großen See und den verschiedensten Vogelstimmen. Sogar zwei Graugänse ließen sich von mir fotografieren – wurden plötzlich jedoch zunehmend aggressiver, als ich ihren persönlichen Sicherheitsabstand unterschritt. Das nächste Mal bitte ich vielleicht vorab um Fotoerlaubnis.

Der weitere Weg gestaltete sich dann eher unspektakulär und führte schließlich entlang der regionalen Autobahn. Die Eintönigkeit wurde lediglich durch einige hupende LKW unterbrochen, die entgegenkommende Pilger freundlich grüßten.

An einem Abzweig hatte man dann die Wahl, abzukürzen, und die interessante Autobahnstrecke weiter zu verfolgen, oder entsprechend des eigentlichen Weges nach Ventosa abzuzweigen. Ich wählte die Variante über Ventosa, fragte mich jedoch insgeheim, was ich mir davon eigentlich versprach.

Nach einiger Zeit erreichte ich dann den Ort und da ich nun einmal da war, begab ich mich auf den steilen Weg hinauf zur Dorfkirche. Dort angekommen, stellte ich fest, dass diese verschlossen war. Warum bin ich hier hoch gegangen? Ich lief also um die Kirche herum und fand eine Schaukel im angrenzenden Kirchgarten – die natürlich sofort von mir genutzt wurde. Das Dorf verlassend, spendierte ich mir dann noch ein Eis. Vielleicht sind es ja auch manchmal nur die kleinen Dinge, die einen Umweg wert sind? Schaukeln und Eis in Ventosa – Check 📝

Weiter auf dem Weg erreichte ich dann nach etlichen Kilometern endlich die Albergue (span. Herberge) in Nájerte. Trotz dass meine telefonische Reservierung hier offensichtlich nicht vermerkt wurde, bemühte man sich bei ausgebuchter Herberge dennoch um ein Bett für mich. Gottseidank!

Zum Dinner spazierte ich mit einer koreanischen Mitpilgerin in Richtung des Flußufers und wir aßen Bocadillos (belegte Brötchen) und Paella (Reispfanne).

Beim Bezahlen meinte der Wirt, dass er heute seinen 69sten Geburtstag feiere und lud uns noch auf ein gemeinsames Glas Rotwein ein. Salud!

Hasta mañana und Gracias für alle bisherigen Spenden!